Kunst braucht Raum: für Mut, für neue Ideen, fürs Ausprobieren, fürs Scheitern, für Solidarität, für Vielfalt, für Netzwerke und für künstlerische Entwicklung. Genau daran erinnert unsere Kampagne. Sie zeigt Künstler:innen in ihren realen Arbeitsräumen und macht sichtbar, was kulturpolitisch oft übersehen wird: Freie Kunst entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie braucht Orte, Zeit, Infrastruktur und verlässliche Förderung.
Die freien darstellenden Künste sind eine zentrale Säule der Hamburger Kulturlandschaft. Sie arbeiten ästhetisch innovativ, transdisziplinär und gesellschaftsnah. Sie erschließen urbane Räume, kooperieren mit unterschiedlichen Communities, eröffnen Zugänge zu kultureller Teilhabe und leisten einen konkreten Beitrag zu einer offenen Stadtgesellschaft.
Uns ist bewusst, dass die Haushaltslage in Hamburg von Kürzungsdruck geprägt ist. Zugleich ist die freie Szene längst an einem Punkt, an dem weiteres Nachgeben realen Substanzverlust bedeuten würde. Die wirtschaftliche Lage freischaffender Künstler:innen ist prekär. Das vom DfdK beauftragte und von der BKM finanzierte Gutachten von 2023 hat einen politischen Handlungsbedarf benannt, der in der Neuausrichtung der Förderarchitektur bereits aufgegriffen wurde, aber noch nicht ausreichend eingelöst ist. Wichtig ist: Die Kulturbehörde hat mit der Einrichtung des Proberaumfonds, der Kontinuitäts- und der Kofinanzierungsförderung entscheidende Schritte unternommen. Genau an diese Schritte knüpft die Kampagne an: Was begonnen wurde, muss jetzt gesichert, verstetigt und weiterentwickelt werden.
Gerade deshalb können wir hinter unsere Forderungen nicht zurücktreten. Kultur gehört zur demokratischen Grundausstattung der Stadtgesellschaft. Die freie Szene betreibt aufsuchende Kulturarbeit, bringt Kunst an neue Orte, schafft Begegnung und wirkt dem gesellschaftlichen Auseinanderfallen entgegen. Kunstfreiheit besteht nicht abstrakt. Sie hängt an konkreten Bedingungen: an Räumen, Ressourcen, Zeit und belastbaren Strukturen. Wenn diese Grundlagen wegbrechen, wird die Freiheit der Kunst materiell beschädigt.
An erster Stelle steht deshalb für uns der Erhalt des Proberaumfonds. Kunst braucht Raum — ganz wörtlich. Bezahlbare Proberäume bilden eine Grundbedingung professioneller künstlerischer Arbeit. Sie ermöglichen Proben, Recherche, Training, Wiederaufnahme und die Weiterentwicklung künstlerischer Handschriften. Schon der DfdK hat festgehalten, dass fehlende bezahlbare Proberäume eine zentrale Schwachstelle der Hamburger Förderlandschaft sind und marktübliche Mieten im Rahmen der knappen Förderbudgets nicht zu leisten sind.
Zugleich reicht es nicht, nur ein Instrument zu verteidigen. Die strukturellen Probleme sind umfassender. Die freien darstellenden Künste brauchen verlässliche Strukturen und Förderinstrumente, die auf Kontinuität, Nachhaltigkeit und Entwicklung ausgerichtet sind.
Wir fordern daher:
Erhalt und Verstetigung des Proberaumfonds in Hamburg
Kunst braucht Raum. Der Proberaumfonds muss dauerhaft gesichert, bedarfsgerecht ausgestattet und als zentrale Infrastrukturmaßnahme weiterentwickelt werden.
Freie Orte personell und infrastrukturell stärken
Die freie Szene braucht Proberäume und starke Orte. Dazu gehört insbesondere die Realisierung der Mittelbühne des LICHTHOF Theaters an der Rentzelstraße. Der Senat muss die im Koalitionsvertrag angekündigte Entwicklung eines Mittelzentrums mit Aufführungs- und Probemöglichkeiten an der Rentzelstraße mit Nachdruck vorantreiben.
Faire Arbeitsbedingungen schaffen
Mindesthonorare dürfen kein symbolisches Bekenntnis bleiben. Wer faire Bezahlung politisch will, muss die Fördertöpfe entsprechend erhöhen. Der DfdK hat dafür bereits eine Erhöhung des Projektförderungsetats um 20 Prozent zum Ausgleich der Honoraruntergrenze gefordert.
Soziale Absicherung gewährleisten
Die freie Szene braucht tragfähige soziale Absicherung. Langjährige künstlerische Arbeit muss auch in den freien darstellenden Künsten Anerkennung finden; sonst setzt sich ein dauerhaft geringes Arbeitseinkommen in niedrigen Renten fort. Künstlersozialkasse, Arbeitslosenversicherung und Altersabsicherung müssen entsprechend verbessert werden.
Nachhaltige Aufführungsmöglichkeiten gestalten
Hamburg verfügt mit der Diffusionsförderung über ein Erfolgsmodell. Die Wiederaufnahme- und Gastspielförderung stärkt seit 2019 die Sichtbarkeit bestehender Arbeiten und nachhaltiges Produzieren. Die Aufstockung auf 300.000 Euro muss verstetigt werden. Die Diffusionsförderung muss vollständig aus den festen Mitteln der BKM finanziert werden, statt von wechselnden Mitteln abhängig zu bleiben.
Überjährige Fördermodelle stärken
Kurzfristige Einzelprojektförderung produziert Dauerunsicherheit. Hamburg braucht verlässliche Entwicklungsperspektiven für Künstler:innen und Gruppen. Bestehende mehrjährige Fördermodelle müssen gestärkt und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden.
Produktionsunabhängige Fördermodelle verstetigen
Freie Kunst besteht nicht nur aus Premieren. Sie braucht Recherche, Denkzeiten, Laborräume, Weiterbildung und prozessorientierte Förderung, die Entwicklung ermöglicht, bevor neue Produktionen entstehen. Die Basis- und Rechercheförderung müssen verstetigt und bedarfsgerecht ausgestattet werden.
Diese sieben Forderungen benennen die Mindestvoraussetzungen dafür, dass die freien darstellenden Künste in Hamburg weiterarbeiten und ihre Wirkung für die Stadt entfalten können. Kunst braucht Raum — für Vielfalt, für neue Ideen, fürs Ausprobieren und für künstlerische Entwicklung.
Hamburg braucht freie Künste, die gute Arbeitsbedingungen vorfinden. Wo Räume, Zeit und verlässliche Strukturen vorhanden sind, entsteht künstlerische Praxis, die weit über einzelne Produktionen hinaus wirkt. Das stärkt Hamburg als offene, vielfältige und kulturell starke Stadt.
In der Presseerklärung der Kulturminister:innen und Senator:innen vom 27.03. wurde die Freiheit der Kunst als „Gradmesser gesellschaftlicher und demokratischer Freiheit“ bezeichnet; zugleich wurde das klare Bekenntnis formuliert, diese Freiheiten zu schützen und zum Maßstab der Kulturpolitik zu machen. Vor diesem Hintergrund bilden die genannten Forderungen eine notwendige Grundlage für eine demokratische und zukunftsfähige Stadtentwicklung.
Kunst braucht Raum: für Mut, für neue Ideen, fürs Ausprobieren, fürs Scheitern, für Solidarität, für Vielfalt, für Netzwerke und für künstlerische Entwicklung. Genau daran erinnert unsere Kampagne. Sie zeigt Künstler:innen in ihren realen Arbeitsräumen und macht sichtbar, was kulturpolitisch oft übersehen wird: Freie Kunst entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie braucht Orte, Zeit, Infrastruktur und verlässliche Förderung.
Die freien darstellenden Künste sind eine zentrale Säule der Hamburger Kulturlandschaft. Sie arbeiten ästhetisch innovativ, transdisziplinär und gesellschaftsnah. Sie erschließen urbane Räume, kooperieren mit unterschiedlichen Communities, eröffnen Zugänge zu kultureller Teilhabe und leisten einen konkreten Beitrag zu einer offenen Stadtgesellschaft.
Uns ist bewusst, dass die Haushaltslage in Hamburg von Kürzungsdruck geprägt ist. Zugleich ist die freie Szene längst an einem Punkt, an dem weiteres Nachgeben realen Substanzverlust bedeuten würde. Die wirtschaftliche Lage freischaffender Künstler:innen ist prekär. Das vom DfdK beauftragte und von der BKM finanzierte Gutachten von 2023 hat einen politischen Handlungsbedarf benannt, der in der Neuausrichtung der Förderarchitektur bereits aufgegriffen wurde, aber noch nicht ausreichend eingelöst ist. Wichtig ist: Die Kulturbehörde hat mit der Einrichtung des Proberaumfonds, der Kontinuitäts- und der Kofinanzierungsförderung entscheidende Schritte unternommen. Genau an diese Schritte knüpft die Kampagne an: Was begonnen wurde, muss jetzt gesichert, verstetigt und weiterentwickelt werden.
Gerade deshalb können wir hinter unsere Forderungen nicht zurücktreten. Kultur gehört zur demokratischen Grundausstattung der Stadtgesellschaft. Die freie Szene betreibt aufsuchende Kulturarbeit, bringt Kunst an neue Orte, schafft Begegnung und wirkt dem gesellschaftlichen Auseinanderfallen entgegen. Kunstfreiheit besteht nicht abstrakt. Sie hängt an konkreten Bedingungen: an Räumen, Ressourcen, Zeit und belastbaren Strukturen. Wenn diese Grundlagen wegbrechen, wird die Freiheit der Kunst materiell beschädigt.
An erster Stelle steht deshalb für uns der Erhalt des Proberaumfonds. Kunst braucht Raum — ganz wörtlich. Bezahlbare Proberäume bilden eine Grundbedingung professioneller künstlerischer Arbeit. Sie ermöglichen Proben, Recherche, Training, Wiederaufnahme und die Weiterentwicklung künstlerischer Handschriften. Schon der DfdK hat festgehalten, dass fehlende bezahlbare Proberäume eine zentrale Schwachstelle der Hamburger Förderlandschaft sind und marktübliche Mieten im Rahmen der knappen Förderbudgets nicht zu leisten sind.
Zugleich reicht es nicht, nur ein Instrument zu verteidigen. Die strukturellen Probleme sind umfassender. Die freien darstellenden Künste brauchen verlässliche Strukturen und Förderinstrumente, die auf Kontinuität, Nachhaltigkeit und Entwicklung ausgerichtet sind.
Wir fordern daher:
Erhalt und Verstetigung des Proberaumfonds in Hamburg
Kunst braucht Raum. Der Proberaumfonds muss dauerhaft gesichert, bedarfsgerecht ausgestattet und als zentrale Infrastrukturmaßnahme weiterentwickelt werden.
Freie Orte personell und infrastrukturell stärken
Die freie Szene braucht Proberäume und starke Orte. Dazu gehört insbesondere die Realisierung der Mittelbühne des LICHTHOF Theaters an der Rentzelstraße. Der Senat muss die im Koalitionsvertrag angekündigte Entwicklung eines Mittelzentrums mit Aufführungs- und Probemöglichkeiten an der Rentzelstraße mit Nachdruck vorantreiben.
Faire Arbeitsbedingungen schaffen
Mindesthonorare dürfen kein symbolisches Bekenntnis bleiben. Wer faire Bezahlung politisch will, muss die Fördertöpfe entsprechend erhöhen. Der DfdK hat dafür bereits eine Erhöhung des Projektförderungsetats um 20 Prozent zum Ausgleich der Honoraruntergrenze gefordert.
Soziale Absicherung gewährleisten
Die freie Szene braucht tragfähige soziale Absicherung. Langjährige künstlerische Arbeit muss auch in den freien darstellenden Künsten Anerkennung finden; sonst setzt sich ein dauerhaft geringes Arbeitseinkommen in niedrigen Renten fort. Künstlersozialkasse, Arbeitslosenversicherung und Altersabsicherung müssen entsprechend verbessert werden.
Nachhaltige Aufführungsmöglichkeiten gestalten
Hamburg verfügt mit der Diffusionsförderung über ein Erfolgsmodell. Die Wiederaufnahme- und Gastspielförderung stärkt seit 2019 die Sichtbarkeit bestehender Arbeiten und nachhaltiges Produzieren. Die Aufstockung auf 300.000 Euro muss verstetigt werden. Die Diffusionsförderung muss vollständig aus den festen Mitteln der BKM finanziert werden, statt von wechselnden Mitteln abhängig zu bleiben.
Überjährige Fördermodelle stärken
Kurzfristige Einzelprojektförderung produziert Dauerunsicherheit. Hamburg braucht verlässliche Entwicklungsperspektiven für Künstler:innen und Gruppen. Bestehende mehrjährige Fördermodelle müssen gestärkt und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden.
Produktionsunabhängige Fördermodelle verstetigen
Freie Kunst besteht nicht nur aus Premieren. Sie braucht Recherche, Denkzeiten, Laborräume, Weiterbildung und prozessorientierte Förderung, die Entwicklung ermöglicht, bevor neue Produktionen entstehen. Die Basis- und Rechercheförderung müssen verstetigt und bedarfsgerecht ausgestattet werden.
Diese sieben Forderungen benennen die Mindestvoraussetzungen dafür, dass die freien darstellenden Künste in Hamburg weiterarbeiten und ihre Wirkung für die Stadt entfalten können. Kunst braucht Raum — für Vielfalt, für neue Ideen, fürs Ausprobieren und für künstlerische Entwicklung.
Hamburg braucht freie Künste, die gute Arbeitsbedingungen vorfinden. Wo Räume, Zeit und verlässliche Strukturen vorhanden sind, entsteht künstlerische Praxis, die weit über einzelne Produktionen hinaus wirkt. Das stärkt Hamburg als offene, vielfältige und kulturell starke Stadt.
In der Presseerklärung der Kulturminister:innen und Senator:innen vom 27.03. wurde die Freiheit der Kunst als „Gradmesser gesellschaftlicher und demokratischer Freiheit“ bezeichnet; zugleich wurde das klare Bekenntnis formuliert, diese Freiheiten zu schützen und zum Maßstab der Kulturpolitik zu machen. Vor diesem Hintergrund bilden die genannten Forderungen eine notwendige Grundlage für eine demokratische und zukunftsfähige Stadtentwicklung.